900 Jahre Kloster Walkenried stehen für Jahrhunderte voller Wandel, prägender Ereignisse und sichtbarer Spuren bis in die Gegenwart. Die Geschichte der Klosteranlage erzählt von religiösem Leben, wirtschaftlicher Bedeutung, Umbrüchen und dem Erhalt eines außergewöhnlichen Kulturortes. Im Jubiläumsjahr 2027 lädt sie dazu ein, die Entwicklung des Klosters über die Jahrhunderte hinweg neu zu entdecken.
Im Jahr 1127 stiftet Adelheid von Walkenried das dritte Zisterzienserkloster im heutigen Deutschland. Zwei Jahre später bilden 12 Mönche und ein Abt aus dem Mutterkloster Kamp am Niederrhein den Gründungskonvent des Klosters Walkenried. Die Mönche betreiben intensiv Agrar- und Forstwirtschaft und beteiligen sich maßgeblich an Bergbau und Verhüttung im Westharz. Im 13. Jahrhundert, der Blütezeit des Klosters, leben und arbeiten rund 80 Chormönche und 180 Laienbrüder in Walkenried. Die gotische Klosteranlage und die imposanten Ruinen der Klosterkirche zeugen bis heute von dem einstigen Wohlstand und der Bedeutung der Abtei.
Im Spätmittelalter beginnt der wirtschaftliche Niedergang des Klosters. Ursachen sind hauptsächlich die Krise im Harzer Bergbau und die Pest. 1525 wird die Klosterkirche im Bauernkrieg beschädigt und schließlich dem Verfall preisgegeben. 1546 treten die wenigen verbliebenen Mönche zum neuen Glauben über. Der evangelische Konvent wird 1648 aufgehoben, 20 Jahre später wird die seit 1557 bestehende Lateinschule geschlossen. Infolge dient die Kirche rund 150 Jahre als Steinbruch. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts werden der weitere Abriss verboten und Maßnahmen zur Instandsetzung eingeleitet. Heute befindet sich ein modernes Museum in der vollständig erhaltenen Klausur. Im architektonisch außergewöhnlichen doppelschiffen Kreuzgang finden unter anderem die Walkenrieder Kreuzgangkonzerte statt. Seit 2010 gehört die gotische Klosteranlage zum UNESCO-Welterbe im Harz.
Adelheid von Walkenried stiftet das Kloster Walkenried am südlichen Harzrand.
12 Mönche und ein Abt aus dem Mutterkloster Kamp bilden den Gründungskonvent.
Kaiser Lothar von Süpplingenburg bestätigt die Klosterstiftung.
Weihe der romanischen Klosterkirche und Gründung des Tochterklosters Pforta bei Naumburg.
Gründung des Tochterklosters Sittichenbach bei Eisleben.
Die Mönche betreiben zahlreiche Wirtschaftshöfe sowie Bergbau und Verhüttung am Rammelsberg und im Oberharz.
Nach einem Reitunfall wird Heinrich der Löwe als Patient im Kloster gepflegt.
Abt Heidenreich initiiert den Bau der gotischen Klosterkirche, Kaiser Otto IV. unterstützt den Neubau.
Der Laienbruder und Hüttenmeister Almantis gießt wahrscheinlich den bronzenen Klosterbrunnen. Außerdem wird die Krankenhauskapelle errichtet.
In Walkenried leben rund 80 Mönche und 180 Laienbrüder.
Die etwa 90 m lange gotische Klosterkirche wird geweiht. Auch der doppelschiffige nördliche Kreuzgangflügel, das architektonische Alleinstellungsmerkmal des Klosters, wird fertiggestellt.
Das Kloster baut seine Agrar- und Montanwirtschaft weiter aus.
Das Kloster sichert sich mit Geldgeschäften neue Geschäftsfelder.
Nach Überfällen auf das Kloster und seine Besitzungen wird den Mönchen von König Ludwig IV. gestattet, die Klostermauer zu erhöhen.
Die heute noch größtenteils erhaltene gotische Klausur ist fertig gestellt.
Die Maria-Magdalena-Kapelle wird an der Ostfassade des Brüdersaals errichtet.
Der Bergbau im Harz gerät in eine Krise.
Der Rechteckchor der Klosterkirche muss aus statischen Gründen durch ein Chorpolygon ersetzt werden.
Die Grafen von Honstein erlangen das Recht, in der Klosterkirche bestattet zu werden.
Walkenried veräußert Teile der unrentablen Bergwerke samt Ländereien.
Das Kloster wird unter den Schutz der Herzöge von Sachsen gestellt.
Der Walkenrieder Prior Dringinberg ordnet das Klosterarchiv. Bis heute sind rund 1500 Schriftstücke erhalten.
Die Grafen von Honstein werden Schirmvögte des Klosters.
In Walkenried wählen nur noch 12 Mönche ihren Abt. Das Dormitorium wird in Zellen unterteilt.
Papst Leo X. verleiht Abt Georg die bischöflichen Insignien.
Während des Bauernkrieges besetzen um Ostern rund 800 Bauern das Kloster Walkenried. Der Abriss des Dachreiters der Klosterkirche durch die Aufständischen leitet den Verfall der Kirche ein. Die Mönche flüchten mit dem Urkundenarchiv nach Göttingen.
Das Kloster verpachtet und verkauft viele seiner Stadt- und Wirtschaftshöfe. 1546 Um dem Zugriff des Kurfürsten Moritz von Sachsen zu entgehen, beschließen die Grafen von Honstein, Schwarzburg und Stolberg gemeinsam mit Abt Holtegel die Einführung der lutherischen Lehre im Kloster.
Mit der Gründung einer Lateinschule erhält das Kloster eine neue Funktion.
Die Klosterkirche muss wegen Baufälligkeit aufgegeben werden. Der Kapitelsaal wird neuer Kirchenraum – bis heute die evangelische Kirche von Walkenried.
Der letzte evangelische Abt stirbt. Der Schutzherr Walkenrieds, Graf von Honstein, wird Verwalter des Klosters.
Der Bischof von Halberstadt belehnt die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg mit der Grafschaft Honstein. Damit fallen Klostergebäude, verbliebene Ländereien und die Schutzherrschaft an die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg.
Während des Dreißigjährigen Krieges wird das Kloster geplündert.
Der protestantische Konvent wird aufgehoben, das Kloster wird säkularisiert.
Das ehemalige Krankenhaus der Mönche wird abgerissen. Die Klosteranlage befindet sich nach dem Dreißigjährigen Krieg in einem schlechten Zustand.
Die Klosterschule wird geschlossen. Walkenried ist fortan Wirtschaftsdomäne und als Amt Walkenried Verwaltungssitz.
Die gotische Klosterkirche wird für rund 150 Jahre als Steinbruch genutzt.
Innerhalb der Kirchenruine werden mehrere Gehöfte errichtet.
Der um 1220 gegossene Bronzebrunnen wird nach Salzdahlum gebracht und dort wahrscheinlich eingeschmolzen.
Südwestlich der Klosteranlage wird ein aus Steinen der Klosterkirche ein herzogliches Jagdschloss errichtet.
Der Trakt der Laienbrüder am westlichen Kreuzgang wird abgetragen, der Glockenturm neu errichtet.
Die Nutzung der Kirchenruine als Steinbruch wird untersagt.
Im Südflügel der Klausur werden eine Brennerei und eine Malzdarre eingerichtet.
Landschaftsmaler der Romantik sind von den Ruinen und der sie umgebenden Natur beeindruckt. Walkenried wird zum „Malerparadies“.
Das Maßwerk und Teile der Säulenkapitelle im Kreuzgang werden ergänzt und restauriert.
Die Ruine des Chorpolygons stürzt teilweise ein.
Mauerreste der romanischen Klosterkirche werden bei ersten archäologischen Grabungen entdeckt.
Walkenried feiert die 800-Jahrfeier des Klosters.
Die Braunschweig-Stiftung wird gegründet. Als Eigentümerin verwaltet die Stiftung die Klosteranlage Walkenried und verpachtet die Wirtschaftsdomäne.
Der Südflügel der Klosteranlage wird von der Braunschweig-Stiftung verkauft. Der neue Besitzer richtet das Tanzlokal „Historischer Klosterkeller" ein.
Der einsturzgefährdete gotische Chor wird aus Sicherheitsgründen abgetragen.
Der Landkreis Osterode am Harz beginnt mit Sanierungsarbeiten. Diese werden durch archäologische Grabungen der Niedersächsischen Landesdenkmalpflege begleitet.
Die Walkenrieder Kreuzgangkonzerte finden statt.
Die Chorruine ist wieder aufgerichtet.
Die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz wird gegründet – unter ihrem Dach vereinen sich der Braunschweigische Vereinigte Kloster- und Studienfond und die Braunschweig-Stiftung.
Das ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried wird eröffnet.
Die gotische Klosteranlage Walkenried wird als historischer Sachzeuge ältester Teil des UNESCO-Welterbes „Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft" – kurz „Welterbe im Harz“
Die Stiftung Welterbe im Harz übernimmt die Trägerschaft des ZisterzienserMuseums.
Eröffnung des Welterbe-Infozentrums im sogenannten Herrenhaus der Wirtschaftsdomäne.
Das Kloster feiert 900-jähriges Jubiläum.
Das Kloster Walkenried wurde im Jahr 1127 von Adelheid von Walkenried gestiftet. Zwei Jahre später, 1129, bildeten zwölf Mönche und ein Abt aus dem Mutterkloster Kamp am Niederrhein den Gründungskonvent.
Das Kloster Walkenried war ein Zisterzienserkloster. Es war das dritte Zisterzienserkloster im heutigen Deutschland.
Die Blütezeit des Klosters lag im 13. Jahrhundert. Um 1280 lebten in Walkenried rund 80 Mönche und 180 Laienbrüder.
Die Mönche betrieben intensiv Agrar- und Forstwirtschaft und waren außerdem maßgeblich am Bergbau und an der Verhüttung im Westharz beteiligt.
Der Bau der gotischen Klosterkirche begann 1209 auf Initiative von Abt Heidenreich. Im Jahr 1290 wurde die rund 90 Meter lange Kirche geweiht.
1525 wurde die Klosterkirche während des Bauernkriegs beschädigt. Später wurde sie wegen Baufälligkeit aufgegeben und ab 1672 rund 150 Jahre lang als Steinbruch genutzt.
1546 wurde im Kloster die lutherische Lehre eingeführt. Der protestantische Konvent wurde schließlich 1648 aufgehoben und das Kloster säkularisiert.
Die gotische Klausur ist vollständig erhalten. Besonders bekannt ist der architektonisch außergewöhnliche doppelschiffige Kreuzgang. Außerdem prägen die Ruinen der ehemaligen Klosterkirche das heutige Erscheinungsbild der Anlage.
Seit 2010 gehört die gotische Klosteranlage Walkenried zum UNESCO-Welterbe „Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft“, kurz „Welterbe im Harz“.
Seit 2006 befindet sich in der historischen Klosteranlage das ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried. Im Jahr 2020 wurde außerdem das Welterbe-Infozentrum im sogenannten Herrenhaus der Wirtschaftsdomäne eröffnet.
Im Jahr 2027 feiert das Kloster Walkenried sein 900-jähriges Jubiläum. Grundlage dafür ist die Stiftung des Klosters im Jahr 1127.